Das DreigestirnUnsere Arminia führt ihren Namen auf drei Personen der Zeitgeschichte zurück. Da „Arminius“ die lateinische Form von „Hermann“ ist, liegt es auf der Hand, daß es sich um drei „Hermänner“ gehandelt hat: Hermann den Cherusker, Hermann von Vicari und Hermann von Malinckrodt. In der Gründungszeit unserer Arminia berief man sich zunächst nur auf Hermann den Cherusker, der im Jahre 9 n. Chr. die Römer unter Quintilius Varus in der Schlacht vom Teutoburger-Wald oder Varus-Schlacht aufgerieben hatte und gerade im Vormärz und den folgenden Jahrzehnten als „Freiheitskämpfer der Deutschen“ geradezu glorifiziert wurde. Zweiter Stern des Dreigestirns ist Hermann von Vicari (1773 – 1868), der von 1843 bis zu seinem Tode Erzbischof von Freiburg war. Während in der Märzrevolution von 1848 in den Offenburger Forderungen von den Regierungen Freiheiten für Versammlungen, Rede und Presse gefordert wurden und dasn Verhältnis zur Kirche in die Formel gefaßt war, „die Kirchen verwalten ihre Angelegenheiten selbst“, mußten die Regierungen nachgeben. Gerade Baden machte aber nur geringe Konzessionen, so daß Erzbischof Hermann nach kanonischem Recht vorging: entgegen der staatlichen Entscheidungen wollte er Konvikte eröffnen, Pfarreien in eigener Entscheidung besetzen und das kirchliche Vermögen nur durch kirchliche Organe verwalten lassen. Der Staat antwortete auf seine Bestrebungen mit Repressalien bis hin zur Gefangennahme des greisen Bischofes im eigenen Haus im Jahre 1854. Das dadurch ausgelöste Aufsehen war allerdings so groß, daß die Verfügung schon nach neun Tagen wieder zurückgenommen wurde. Die Kämpfe zogen sich weiter hin. Noch im letzten Lebensjahr wurde Hermann von Vicari der Kampf gegen einen neuen Zugriff des Staates im Bereich der Ausbildung der Theologen aufgezwungen: man verlangte zusätzliche Examina in Sprachen, Philosophie, Geschichte und Staatskirchenrecht, um ihnen einen dem Staate unterwürfigen Geist aufzudrängen. Als Hermann von Vicari 1868 die Augen mit 95 Jahren schloß, war der Kampf noch nicht entschieden. Zuletzt wurde noch Hermann von Malinckrodt dem Reigen der Gründer hinzugefügt. Gemeinsam mit Ludwig Windthorst gilt er bis heute als der große Gegner Bismarcks im sog. Kulturkampf, der sich in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts im Reich abspielte. Schon die von Bismarck verfolgte kleindeutsche Einigungspolitik wurde von ihm bekämpft, da sie auf die Sprengung des Deutschen Bundes und den gewaltsamen Ausschluß Österreichs abzielte. |